Reader's Digest - "Närrischer Beitrag"

Sich zum Narren machen: Was im Karneval oberstes Gebot ist, wäre vielleicht auch nach Aschermittwoch ab und an nicht verkehrt. Doch wer traut sich schon wirklich - und was wäre so schlimm daran?

Genau das wollte die "Reader's Digest"-Redaktion aus berufenem Munde wissen. Wie Wolfgang Stumph als Experte darüber denkt, steht im Editorial der März-Ausgabe - und ist ganz exclusiv in voller Länge bereits hier zu lesen:

Der Stein der Weisen oder Vom Lob der Torheit

Kurz nach dem Mauerfall war es, im Sommer 1990. Vernarrt in Italien, zog es einen Lehrer aus Bitterfeld auf klassische Bildungsreise über die Alpen. Struutz-Udo, so hieß der närrische Mann, gab seinem zärtlich "Schorsch" genannten Wägelchen die Sporen: "Go, Trabi, go!"
Der Film wurde eine der erfolgreichsten deutschen Kino-Komödien, die TV-Wiederholungen brachten ihm ein Millionenpublikum in Ost und West. Ob der Streifen vielleicht deshalb zum Kult wurde, weil sich der von mir gespielte Held auf seiner Chaos-Tour gen Napoli des öfteren zum Narren macht? Weil er weder Dress-Codes noch Szene-Guides braucht, sondern auf Natürlichkeit und gesunden Menschenverstand setzt? Weil er in jedes Fettnäpfchen tritt und ihm nichts peinlich ist, was uns längst erröten ließe? Weil ihn seine vermeintliche Trottligkeit irgendwie souverän und unangreifbar macht?
Was es auch sein mag: Nicht weil er sie zum Narren hält, gewinnt dieses sächsische Original die Sympathien der Zuschauer, sondern weil er ein verborgenes Stück ihres Ichs verkörpert. Das Lachen über das närrische Treiben des anderen hat etwas Befreiendes für einen selbst.
Noch viel stärker habe ich diese Wirkungen gespürt bei einer Figur, die mich über sieben Jahre und 50 ZDF-Folgen erst in "Salto Postale" und dann in "Salto Kommunale" geprägt hat: Das Schlitzohr Wolle Stankoweit musste sich nicht selten als Narr gebärden, um als Beamter Nutzloses zu verhindern oder Nützliches zu befördern. Wenn ich jetzt für ein neues ZDF-Special "Oskar, den Klo-Mann im deutschen Bundestag" gebe, dann können Sie sich ausmalen, wie ich mich einerseits zum Narren und andererseits Politik mache. Selbst als Hauptkommissar Stubbe kann es für die Aufklärung von Fall zu Fall nicht schaden, sich die Narrenkappe aufzusetzen.
Wozu ich Sie also letztlich oder zuallererst ermuntern will: Auch wenn am Aschermittwoch die närrischen Zeiten zu Ende gehen, sollten Sie sich ab und an die Narrenfreiheit nehmen, mal ein Schelm oder Eulenspiegel zu sein. Professionen und Gelegenheiten dafür gibt es mehr als genug; Sie müssen sich nur trauen. Es lohnt sich bestimmt, denn wie mein großer sächsischer Kabarettisten-Kollege Joachim Ringelnatz sagt: "Der Stein der Weisen sieht dem Stein der Narren zum Verwechseln ähnlich."


TV-Termine

23.09.2017 3sat 17:30 Uhr

"Stürmische Zeiten"

23.09.2017 mdr 22.05 Uhr

"HeimatLiebe Teil 1"

25:09.2017 3sat 13:15 Uhr

"Stürmische Zeiten"

28.09.2017 ARD 18:00 Uhr

"Wer weiß denn sowas"

30.09.2017 ARD/ORF7SRF

20.15 Uhr "Spiel für dein Land"

02.10.2017 mdr 22:45 Uhr

"Komische Einheit"

03.10.2017 3sat 09:45 Uhr

"Job seines Lebens Teil1"

03.10.2017 mdr 10:00 Uhr

"Heimweh nach drüben"

03.10.2017 3sat 11:20 UHR

"Jon seines Lebens Teil 2"

03.10.2017 zdfneo 15:45 Uhr

"Stubbe Teil1-Stubbes Erbe"

03.10.2017 zdfneo 17:15 Uhr

"Stubbe Teil2-Stubbe sieht rot"

03.10.2017 zdfneo 18:45 Uhr

"Stube Teil3-Stubbes Urlaub"

03.10.2017 3sat 18:45 Uhr

"Romeo und Jutta"

 ---------------------------------------

Sky Krimi:
"Stubbe"-Folgen

12.09.2017 20.15 Uhr
13.09.2017 20:15 Uhr

Sky Cinema:
TKKG "Drachenauge"

---------------------------------------

Auftritte

"Höchstpersönlich..."

27.10.2010 19:30 Uhr
Aue, Kulturhaus 

28.10.2017 19:30 Uhr
Schleiz, Wisentahalle  

29.10 2017 15 Uhr
Crimmitschau, Theater 

---------------------------------------

"Fledermaus"
SEMPEROPER Dresden

01.01.2018 16:00 Uhr
03.01.2018 19:00 Uhr
12.01.2018 19:00 Uhr

---------------------------------------